Teil 2 – Fortsetzungsgeschichte

Latoya geht an ihren Kleiderschrank. Weite Hose und langes T-Shirt werden ausgezogen. Weil die Jahreszeit gen Winter geht, entscheidet sie sich für eine ihrer schwarzen Netzstrumpfhosen mit großen Karos, die viel Haut durchscheinen lassen. Sie schlüpft in einen pinken knallengen Lack-Minirock. Dazu kombiniert sie ein trägerloses, hautenges Shirt in Leoparden- Optik, darunter der Push-up BH. Ihr Busen wirkt nun prall. Sie fühlt nichts, geht einfach ihrer Routine nach. 

Das macht sie jede Nacht, schon seit fünf Jahren, also seit sie illegal nach Deutschland gekommen ist. Bevor sie sich schminkt, genehmigt sie sich bereits das dritte Glas Sekt. Dann steht sie vor dem Spiegel, die Augenringe und das blaue Auge, die noch von der letzten Nacht sein müssen, schminkt sie gekonnt über. Wimperntusche, Lidstrich und Lidschatten folgen. Die Verwandlung ist nun nahezu vollkommen. Noch fehlt die Frisur. Einen Teil ihrer Haare nimmt sie zu einem Pferdeschwanz zusammen, die restlichen lässt sie glatt nach vorne über ihre Schultern fallen. Um ihr schmales Gesicht zu betonen steckt sie in jedes Ohrloch einen großen runden Ohrring. Sie schaut sich im Spiegel in die Augen, lässt dann ihren Blick von oben nach unten schweifen. Ein zufriedenes Lächeln huscht ihr über die Lippen.

Nur das Nachtleben kennt sie so.  

Bevor das Mädchen die Kälte der Nacht betritt, zieht sie sich ihre kurze Lederjacke mit Fellkapuze über. Den Reißverschluss schließt sie bis knapp über den Bauchnabel. Jetzt folgen die Overknees. Die glänzenden Lackstiefel haben einen beachtlichen Pfennigabsatz, den Schaft zieht sie bis über das Knie. Im Anschluss holt sich Latoya aus dem Kühlschrank noch die zweite Flasche Sekt an diesem Abend, dann ein letzter Blick in den Spiegel, es geht los.

(Fortsetzung folgt)

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2018

Ich wünsche allen Bloggern ein gesegnetes (wer das hören möchte), gesundes, erfolgreiches neues Jahr. Ich hoffe ihr seid alle gut rüber gekommen.

Bitte lasst einen Kommentar da, ob ich meine Geschichte weiterführend veröffentlichen soll.

Lauri

Das Nachtleben- eine Geschichte über den fünften Block (Fortsetzungsgeschichte)

Es ist die Geschichte ihres Lebens, die Geschichte ist ihr Leben.

Sie geht die Straßen entlang, blickt keiner Menschenseele in die Augen, sie fürchtet die Blicke und schämt sich für das was sie ist. 

Sie lebt in einem Ghetto, wo sich Gangster und Hure die Hand geben, sie bewegt sich auf gefährlichem Terrain. Die Hochhäuser sind ihr Gebiet, diese grauen Betongebäude, die nichts als Hoffnungslosigkeit ausstrahlen. Jede Nacht treibt sie sich zwischen den Banden herum, sieht den Dealern beim Drogentausch zu, manchmal zieht auch sie ’ne Bahn.

Ihren bürgerlichen Namen kennen wir nicht, zu gefährlich. Doch im Nachleben gibt man sich Decknamen. Sie selbst nennt sich „Latoya“, doch oft wird sie nur mit „Nutte“ oder „Flittchen“ tituliert. Auch über das Alter spricht man nicht, jung muss sie sein, ihr Gesicht ist eben und blass. Jung, so unschuldig und doch von einem rauen Leben geprägt.

Sie spielt in der untersten Liga, immer auf der Hut vor der Polizei. Innerlich zuckt sie zusammen, bei jedem Auto das die Straßen auch noch nach Mitternacht passiert. Am Tage ist sie unscheinbar, unauffällig. Mit den Händen in den Taschen geht jeder seiner Wege. Begegnet man sich aus dem Nachtleben, grüßt man sich nicht. 

Zu auffällig, zu gefährlich. 

Das ist eine Regel, die hat niemand ausgesprochen, aber jeder hält sich daran.

Wenn die Sonne irgendwann zu sinken beginnt und kein Kinderlachen mehr vom Spielplatz schallt, dann kommen die Bosse und Nutten und Anführer aus ihren Verstecken. Jeder hat einen Platz in diesem „System- Nachtleben“.

(Fortsetzung folgt wenn erwünscht)

Nach langer Zeit – ein Text

Worum geht es denn im Leben?

Das ist eine Frage die wir uns im Nebel des Alltags stellen, wobei sich im Laufe der Zeit doch noch weitere Fragen dazugesellen.

Fragen über Fragen und die Antwort ist so simpel wie ärgerlich. Sie ist nicht eindeutig, das zeigt ja das Leben deutlich, jeder muss seine eigene Antwort finden und für sich dann irgendwie Leben und Antwort verbinden.

Diese Tatsache macht allerdings auch frei, denn dann sind wir nicht an Maßstäbe gebunden und wer bestimmt eigentlich das Stabmaß? Denn im Grunde bestimmt doch immer erst die Mehrheit, bevor die Minderheit endlich mal aufschreit.

Vermutlich streben wir alle nach einem akzeptablen Dasein und möglichst darüber hinaus, ganz anspruchslos doch lieber hoch hinaus.

Neben Akten und Aktien zählt die Summe der Kapitalerträge, zwischen Kaffee und Gartenarbeit werden Jahresabrechnungen und Verträge geschlossen.

Zwischen Frühling und Winter liegt so viel Zeit, doch wie viel ist davon die uns zum Leben verbleibt?

Vieles beschreibt für uns eine Selbstverständlichkeit, bis man sich dann mal aus den Fängen der zwanghaften Gleichheit befreit. An dieser Stelle besteht die Möglichkeit einmal zu überlegen in welcher Realität wir eigentlich leben und ob nicht deine Realität eine andere ist als meine. In diesem Falle gibt es für beide einen Schritt zurück, mit etwas Abstand sehen die Dinge anders aus, wir sprechen aber nicht vom Rückschritt, es ist mehr ein Rücktritt um einen Überblick zu erhalten und unser Leben neu oder anders zu gestalten. So kann also deine Realität bestehen neben meiner, beides hat seine Berechtigung. Worum es im Leben geht, worum unsere Zeit sich dreht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Leben tunlichst bewusst beleben, so kann es die unterschiedlichsten Antworten auf die oben gestellte Frage geben.

Vieles steht vor uns das uns ängstigt und lähmt und irgendwie finde ich das unverschämt, denn wir geben uns doch Mühe. Spenden von unserem hart verdienten Geld, grüßen unseren Nachbarn freundlich obwohl der sich doch immer nur um sich dreht – ICH, ICH, ICH. Ganz sicher redet der schlecht über mich, aber ich grüße ihn freundlich. Da sind noch Gebote und Gesetze, Bitten und Anträge und in dieser Hetze denke ich, ich bin doch eigentlich ganz gut. Doch jetzt sollten wir mal innehalten und wieder einen Gang zurückschalten. Ich schalte zurück und haltet mich für verrückt, aber wenn wir ehrlich sind rühren wir doch meistens in unserer eigenen Brühe. Tausende vor uns und Tausende nach uns versuchen Antworten zu finden, aber es gibt nicht die eine Antwort mit der wir uns alle verbinden und das ist auch gut so. Und nun schlage ich das Buch zu, denn du bist der Autor deines eigenen Lebens. Geliebt und gewollt und nach individueller Geschichte strebend.

Laurimausi

Staubworte

In der Tat, es mag naiv sein zu glauben man wisse wie das Leben funktioniert. 
Doch seien wir uns darüber im Klaren, das dies eine Überlebensstrategie eines jeden Menschen ist und er von Geburt an über Versuch und Irrtum zu Wissen und Erfahrungen, sowie neuen Anfängen gelangt. 
Von Tag zu Tag sind wir Reisende auf der Suche nach dem Weg und einem Ziel im „Irgendwann“. 
Ja, Reisende sind wir. Verzweifelte in einer Dürre und Mutlose in dunkelster Nacht.
Verlorene in den Weiten dieser Welt, oftmals schon unserer eigenen kleinen Welt, die all zumal gewaltig genug erscheint. 
Wir glauben zu wissen was da ist und was nicht. 
Verlassen uns auf unseren bescheidenen Menschenverstand und überprüfen selbst das, was einst große Weise oder Lehrende bewiesen haben. 
Stets laufen wir zu unserem sicheren Hafen zurück und so mag es nur sicher sein, sich dort zu wissen, doch gefeit vor Stürmen sind wir nicht. 
Wieder und wieder laufen wir zu unserem leeren Brunnen zurück, versuchen doch noch daraus zu schöpfen und verlieren unsere Kräfte. Der Brunnen ist leer.
Wir müssen uns auf den Weg machen zu frischen Quellen und neuen Brunnen, müssen neue Wege gehen und Menschen an unserer Seite wissen. 
Wir ringen um Worte, nach Luft und Verstand, doch ankommen müssen wir zuerst bei uns.
Ankommen im eigenen Herzen, sich selbst verzeihen, weil der eigene Horizont in der Vergangenheit zu klein gewesen sein mag um zu überblicken was geschehen könnte. 
Doch, geschehen ist geschehen! 
Nicht alles was kaputt ist lässt sich reparieren, aber es lässt sich damit leben.

Laurimausi

Lauri

Einfach frei halt.

Einfach frei halt.

Gedankenfreiheit.

 

Immer wieder durchs Leben getrieben

und doch einfach dabei geblieben,

Das Leben genommen, so wie es kam.

 

Wir können nicht immer gewinnen,

sehen die Freude durch unsere Finger rinnen.

 

Aber dann müssen wir wieder aufstehen

und der Sonne entgegen gehen.

 

Viel zu oft begrenzen wir uns selbst mit „Ich kann nicht.“ und „Wer bin ich?“

Anstatt unsere Gedanken zu öffnen, uns zu loben und zu lieben, das wär‘ doch sinnig.

 

Außerdem sollten wir viel mehr hinterfragen, es einfach mal wagen ganz klar Position zu beziehen und ja oder nein zu sagen.

Aber die Menschheit ist da eher primitiv gestrickt und geht den alten Weg wenns zu verzwickt ist, dann kommen aber doch wieder Zweifel in uns hoch und halten uns vom Denken ab, was echt geschickt ist.

 

Aber dann müssen wir wieder aufstehen

und der Sonne entgegen gehen.

 

Wir müssen mal leben, im Hier und im Jetzt

und nicht ständig sagen, ich bin so gehetzt.

Das Leben macht halt keine Pausen, die müssen wir uns nehmen.

Dafür sollten wir uns nicht schämen, denn wir müssen beginnen den Moment zu genießen,

lassen los, lassen alles fließen.

 

Denn irgendwann sind wir älter, schließlich alt und was ist gewesen?

Es ist nicht immer alles nur schlecht und betrachten wir es mal ganz recht,

dann sind da viele schöne Momente und diese dürfen uns erfüllen.

Damit die schlechten uns nicht in ihre Dunkelheit hüllen.

 

Wenn wir gefallen sind, dann müssen wir wieder aufstehen

und der Sonne entgegen gehen.

 

Wenn du Gutes gibst, dann kommt auch Gutes zurück.

Das ist ein Prozess, den können wir lernen, Stück für Stück.

Schau doch einmal weiter über den Tellerrand hinaus, 

nimm Abstand zu dir selbst und entdecke dich ganz neu.

Schau mal nach ob das stimmt was die anderen sagen,

aber nimms nicht zu genau, lass dich davon nicht tragen.

Du musst es wagen den Mut zu haben über dich selbst zu lachen 

und Fehler einfach mal zu machen.

Nur, steh‘ dazu, gib deinen Fehler zu. 

Beharre nicht auf dein Recht, dann ist auch nicht alles schlecht.

Sieh‘ es mal von beiden Seiten, dann ist es doch sinnlos das ganze Streiten. 

Und ja, Träume zerplatzen, doch dann beginne dich selbst zu überraschen, beginne neuen Mut zu fassen und das Alte gehen zu lassen.

Du trägst in dir was du erlebt hast, geh voran mit einem Lachen und beginne deine Zukunft zum Heute zu machen.

Laurimausi

Seemann Ahoi!

Käptn, lass uns die Segel streichen. Weg von hier. Auf und davon. 
Lass uns fliehen vor den Fluten und doch mitten hinein. 
Wir wagen die Fahrt, denken wir könnten es mit dem gewaltigen Meer aufnehmen, denken wir wüssten den Weg auf dem tosenden Meer. 
Seemann ahoi! 
Der Wind bläst stark, wir kommen kaum gegen ihn an. Unbeholfen rudern wir gegen ihn und kommen nicht voran. Eine starke Hand die uns nicht vorbei kommen lässt. 
Unser Wille ist stark und ungebrochen, doch unsere Kräfte lassen nach.
Käptn und ich liegen uns in den Armen. Wir lachen Tränen, denn eigentlich weinen wir.
Gnadenlos peitscht das Meer auf uns ein. 
Unser Schiff wird entzwei geteilt, da treibt es zwischen den Wellentürmen und Schaumkronen. Ein Teil hier, ein Teil dort. Käptn und ich, wir paddeln und strampeln, versuchen Halt zu finden am Schiffswrack. 
Noch einmal sehe ich Käptns Arm aus dem Meer ragen, nach Hilfe winkend. Doch wer soll uns hier schon finden?
Ein letzter Schrei.
Käptn, wir sehen uns woanders wieder. 
Seemann Ahoi!

Laurimausi

Pokergame

Alles gesagt, längst alles geschrieben.
Wir können das Rad nicht neu erfinden, können nur sehen was da ist, und hoffen trotzdem neues zu entdecken.
Wir versuchen dem Leben einen Sinn zu geben, versuchen Systemen zu entfliehen und „frei“ zu sein.
Dabei spielen wir alle das selbe Spiel.
Einer hat Glück und vier Asse, der andere darf nicht mal eine Karte halten.
Wir bluffen mit Pokerface und legen gezinkte Karten,
wir schauen in versteinerte Minen und ziehen aneinander vorbei.
Oft zum ersten und letzten Mal, Blicke die sich treffen und noch im selben Moment in Nichtigkeit zerbersten.
Die Spannung ist zum Zerreißen spürbar, Finger trommeln nervös auf der Tischplatte, Gedanken schwirren durch den Raum, das Geräusch wenn ein Spieler seine Karte ablegt durchdringt die gnadenlose Stille.
Ein Lächeln erscheint auf des Spielers Lippen, aus Gegnern werden Mitspieler, aus eingefrorenen Gesichtern gelöste Minen.
Wir alle spielen ein Spiel.
Regeln sind längst aufgestellt, doch immer wieder revidiert.
Leicht verändert, keiner hat’s gesehen, nächster Zug, das Spiel kann weitergehen.
Wir können das Spiel nicht beenden und das System nicht verlassen, aber wir können mit offenen Karten spielen, das Pokerface in Ehrlichkeit tauschen und der Welt ein Lächeln schenken.
Das Grau in Farbe getaucht, den Regen in die Wolken gedrückt, das Lächeln aus den Tränen gezogen, die Welt erscheint jedem wie er sie merken will.

Laurimausi

Unvergessen

Der Kopf vergisst nicht.
Er ist gefangen, gefangen im selbst konstruierten Gefängnis aus Müssen, nicht dürfen und Wünschen. Ein selbst konstruiertes Gefängnis was uns ängstigt, wenngleich wir frei wären.
Der Kopf beschränkt den Körper und hindert uns am frei Sein.
Manipulierte Gefühle und das Denken es müsste sein wie wir es denken, zwingt uns in der Welt zu leben in der wir leben.
Wir sehen Filme im Kopfkino und ertrinken im Herzschmerz.
Wir suchen im Gefühlschaos und schreiben Pläne für unser Leben.
Wir sind zu müde um wach zu sein und zu wach um müde zu sein.
Wir verurteilen uns selbst und andere als gescheitert, wir richten nach eigenem Maß.
Der Kopf vergisst nicht und wenn er versteht, dass alles oft ganz anders vor sich geht, ist es geschehen und zum Ändern zu spät.
Wir würden an uns selbst verzweifeln, doch schließen die Augen vor der Realität, die in unseren Köpfen zur Wahrheit verdreht.
Wären wir bereit zu sehen, die Wahrheit versuchen zu verstehen, wir könnten Gedanken neu gestalten und Freiheit bewusst in unseren Händen halten.
Gelöst vom Kopf, aber nicht kopflos.

Laurimausi ❤

Bedeutungsvoll?!

Einst träumten wir von den großen Bühnen dieser Welt,

hofften auf den plötzlichen Erfolg,

den manche Menschen bereits vor uns hatten.

Hofften, an uns würde das wahre Talent verloren gegangen sein.

 

Doch von Tag zu Tag stellen wir fest,

dass wir zu klein und unbedeutend für diese Welt sind.

Lediglich der Platz in unserer eigenen kleinen Welt ist uns sicher, scheinbar.

 

Immer wieder stoßen wir auf die Frage,

ob überhaupt etwas in diesem Leben von Bedeutung ist.

Alles ist bedeutungslos wenn du ihm diesen Titel verleihst.

 

Etwas kann nur so viel Bedeutung haben, wie du sie ihm beimisst.

 

Dein Leben kann also voller Bedeutung stecken,

oder völlig bedeutungslos und grau, wie ein altes Kleidungsstück,

unachtsam weggeworfen, in der Ecke liegen.

Keine Perspektive, keine Freude, keine Hoffnung.

Ein Finder dieses Kleidungsstückes kann diesem,

egal wie alt und wertlos es zu sein scheint, eine so große Bedeutung geben,

dass er den Durchbruch in Welten und Sphären schafft.

 

Irgendwie weiß doch ein jeder von uns, dass das Leben die wohl größte Bedeutung auf dem Berg der Bedeutung trägt.

Doch auch hier gibt es Menschen die sagen, das Leben habe für sie keinerlei Bedeutung.

 

Dabei ist es das kostbarste Gut, es kehrt nie wieder, es ist so einzigartig wie kein anderes Leben, das gibt es nicht doppelt, das ist ein Schatz, den es zu wahren und mit guten Dingen zu füllen gilt.

 

Etwas kann also nur so bedeutsam sein, wie du ihm an Bedeutung ist.

Laurimausi